Veröffentlichung KWMBl. 2011/17 S. 220 vom 06.07.2011

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Az.: III.3-5 S 9641-7b.52 463
2236.1-UK
2236.1-UK
Stärkung der
Eigenverantwortung beruflicher Schulen
Schulversuch „Profil 21 –
Berufliche Schule in Eigenverantwortung“
 
Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums
für Unterricht und Kultus
vom 6. Juli 2011  Az.: III.3-5 S 9641-7b.52 463
 
 
Der Schulversuch „PROFIL 21 – Berufliche Schule in Eigenverantwortung“ (Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus vom 24. April 2006 (KWMBl I S. 102)), an dem insgesamt 24 bayerische berufliche Schulen teilgenommen haben, erprobt die Weiterentwicklung von Eigenverantwortung der beruflichen Schulen als konsequente Fortsetzung der Inneren Schulentwicklung in Bayern. Durch die erweiterte Selbstständigkeit soll den individuellen Bedürfnissen der einzelnen Schule stärker Rechnung getragen werden.
Die Bekanntmachung Ausschreibung von PROFIL 21 – Berufliche Schule in Eigenverantwortung als Schulversuch vom 24. April 2006 (KWMBI I S. 102) tritt mit Ablauf des 31. Juli 2011 außer Kraft. Ergebnisse des Schulversuchs aus dem letzten Schuljahr sind in der folgenden Tabelle zusammenfassend dargestellt.
Nr. Titel Kurzerläuterung
1 Aufbau und Pflege horizontaler und vertikaler Bildungsnetzwerke In dieser Maßnahme geht es um den Aufbau und die Pflege eines Netzwerks mit allen bildungs-, ausbildungs- und erziehungsverantwortlichen Institutionen und Trägern einer Region zur Information und zur Erleichterung des Berufseinstiegs von Jugendlichen.
2 Virtueller Bildungscampus Das gesamte Bildungsangebot einer Region wird der Öffentlichkeit online transparent gemacht.
3 Dokumentenmanagementsystem/
Verwaltungsvereinfachung
Durch eine Verbesserung der Informationstechnologie und deren Abstimmung mit den schulischen Prozessen verbessern sich der Informationsfluss, die Qualität der Daten und das Verwaltungshandeln.
4 Systematische Berufswahl Eine systematische, mehrjährige Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf die Berufswahl verdeutlicht die Tragweite der Entscheidung und erhöht die Chancen auf einen Ausbildungsplatz.
5 Modulare Beschulung
von Jugendlichen
ohne Ausbildungsplatz
Jeweils zwei JoA-Klassen werden parallel von drei Lehrkräften beschult. Die Anwesenheit der drei Lehrkräfte ermöglicht eine hohe Flexibilität für themenbezogene, intensive Förderung.
6
Methodentraining mit Zertifizierung
Die Schülerinnen und Schüler erlangen Methodenkompetenz, die sie im Schul- und Berufsleben einsetzen können. Es besteht die Möglichkeit, diese Kompetenzen zertifizieren zu lassen.
7 Zertifikatsprüfung Türkisch Die Schule bietet das Wahlfach Türkisch an und ermöglicht den Schülerinnen und Schülern die Teilnahme an einer Zertifikatsprüfung, die sich an der Stufe I der KMK-Rahmenvereinbarung orientiert.
8 Zentrale Leistungserhebungen an mehreren Schulen Verschiedene Schulen derselben Schulart stimmen die didaktische Jahresplanung, die Erwartungshorizonte und die Bewertung von Prüfungen ab. Die Synergieeffekte schaffen Freiräume für andere pädagogische Arbeiten und sichern Standards.
9 Eigenverantwortliche Teamstunden Die Schule gestaltet den Stundeplan so, dass sich Lehrerteams wöchentlich oder im Block zur Bearbeitung besonderer Herausforderungen treffen können. Teamstunden werden hälftig auf die Unterrichtspflichtzeit angerechnet.
10 Familienfreundliche Schule Schülerinnen und Schüler des Fachbereichs Hauswirtschaft und Kinderpflege übernehmen während schulinterner Lehrerfortbildungen im Haus die Betreuung der Kinder der Fortbildungsteilnehmer und das Catering.
11 Erweiterte Ausbildungsinhalte in
der Kinderpflege –
Arbeitsplatz Hort
Schülerinnen und Schüler werden mit den Lerninhalten der Grundschule vertraut gemacht. Sie übernehmen eigenverantwortlich Betreuungsaufgaben an ausgewählten Grundschulen, die sie im Rahmen ihrer schulischen Ausbildung reflektieren.
12 Ausbildung in der Kinderpflege mit
Vertiefung in den Arbeitsfeldern
Krippe und Hort
Die Ausbildungsinhalte im Bildungsgang Kinderpflege werden komprimiert und erweitert durch Inhalte, die den Schülerinnen verbesserte Chancen auf dem Arbeitsmarkt verschaffen.
Die Ergebnisse 1 bis 12 sind gemäß den Anlagen 1 bis 12 an entsprechenden beruflichen Schulen in Bayern ab dem Schuljahr 2011/2012 zulässig. In den Anlagen sind die Schulen genannt, die die jeweilige Neuerung für ihre Ausbildungssituation erprobt haben. Die einzelnen Maßnahmen können auch eigenverantwortlich an die spezielle Ausbildungssituation der adaptierenden Schule angepasst werden. Downloads zu den Maßnahmen finden sich unter www.bildungspakt-bayern.de.
Auf eine vertrauensvolle Einbeziehung des örtlichen Personalrats ist zu achten.
Darüber hinaus wurden die im Folgenden aufgeführten good-practice-Lösungen erarbeitet. Nähere Informationen zu diesen einzelnen good-practice-Lösungen können auf der Homepage der Stiftung Bildungspakt unter www.bildungspakt-bayern.de eingeholt werden.
Nr. Titel Kurzerläuterung
1
Kollegiale Netzwerke
zwischen Schulen
Die Schule als Ganzes und die jeweils beteiligten Kollegen profitieren von einem institutionalisierten Austausch über die Grenzen der Schule hinweg.
2 Pädagogisches Konzept zur
Betreuung von Internatsschülern
Die Lebenssituation der Schüler wird unter anderem durch die Erarbeitung von sinnvollen Freizeitangeboten und einer verbesserten Zusammenarbeit zwischen Internat und Schule verbessert.
3 Orientierungstag zum
beruflichen Bildungsweg
An einem Orientierungstag werden Schüler und Eltern frühzeitig und umfassend über die beruflichen Bildungswege und deren zahlreiche Anschlussmöglichkeiten informiert.
 
Kufner
Ministerialdirigent

Anlagen